Im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen finden sich eine Reihe sehr unterschiedlicher Naturräume, die sich sowohl durch natürliche Standortfaktoren, wie Klima und Bodenart, aber auch durch den massiven Einfluss des Menschen herausgebildet haben.
Der mit 75% Flächenanteil im Reservat dominierende Wald ist durch die wechselnden Besitzverhältnisse und die seit Jahrhunderten durchgeführte Forstwirtschaft geprägt. Dies zeigt sich besonders an den Hauptbaumarten des Pfälzerwaldes: Kiefer, Buche Fichte und Eiche. Am Ostrand des Pfälzerwaldes finden sich sogar Kastanienwälder, die von den Römern in der Region etabliert wurden. Somit bietet der Pfälzerwald auch innerhalb seiner Waldbereiche ein abwechslungsreiches Mosaik unterschiedlicher Waldtypen.
Die einzigen Flächen, auf denen in den waldgeprägten
Bereichen landwirtschaftliche Nutzung möglich war, stellten die Bachtäler
dar. Diese wurden, bedingt durch ihr Angebot an Wasser und Nährstoffen,
als Weide- und Grünland
aber auch als Ackerflächen genutzt. Um Be- und Entwässerung der Flächen
zu gewährleisten wurde häufig sogenannte „Buckelwiesen“ angelegt.
Nach dem Rückgang der Landwirtschaft in den Bachtälern haben sich
wertvolle Lebensräume wie Fließ- und Stillgewässer, Nasswiesen
und Quellbereiche naturnah entwickeln können. Gleichzeitig gefährdet
die Aufgabe der Landnutzung diese Lebensräume, da sich Verbuschung und
Neophyten (eingeschleppte Pflanzen) auf den Flächen ausbreiten.
Entlang der östlichen Grenze des Biosphärenreservates zieht sich der Haardrand, ein Gebirgskamm, der den Pfälzerwald in die Rheinebene übergehen lässt. Aufgrund seiner wärmebegünstigten Lage ist der Haardrand prädestiniert für den Weinanbau und zur Ansiedelung von anderen wärmeliebenden Tieren und Pflanzen. Als Beispiel dafür stehen sind Mandel- und Feigenbäume zu nennen.
Durch seine einmalige Natur- und Landschaft ist das Biosphärenreservat ein Sammelbecken natürlicher Sehenswürdigkeiten, wie die skurrilen Felsformationen des Sandsteins oder die versteckten Weiher und Wooge im Dahner Felsenland.
Aber auch das Wirken des Menschen in der deutsch-französischen Grenzregion
hat viele Strukturen geschaffen, die für den Besucher attraktiv sind.
So geben die Felsenburgen des Wasgaus einen einmaligen Überblick der ehemaligen
Grenzverteidigung. Wer möchte, kann z.B. entlang des grenzüberschreitenden
7-Burgen-Wanderwegs an einem Tag eine Auswahl unterschiedlicher Burganlagen
bewundern. Als einzige noch bewohnte Felsenburg, bietet die Burg Berwartstein
ihren Gästen die Möglichkeit das Innenleben einer Burg zu besichtigen
und sogar Ritteressen zu buchen.
Neueren Datums sind auf französischer Seite die Verteidigungsanlagen der
Maginot-Linie, die im vergangenen Jahrhundert Teil der kriegerischen Auseinandersetzung
zwischen Deutschland und Frankreich darstellten.
Auf dem touristischen Sektor versteht die Region das Potential ihrer Natur
zu nutzen und Besuchern die Natur- und Kulturlandschaft des Pfälzerwaldes
näher zu bringen. So können z.B. auf mehreren themenbezogenen Rundwegen
(Skulpturen-Weg, Barfuss-Pfad, Biosphären-Erlebnisweg etc.) kleine und
große Gäste etwas lernen, erleben oder einfach nur Spaß haben.
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